Über 15 Jahre war ich im Bildungssystem – als Lehrer, Fachkonferenzleiter, stellvertretender Schulleiter. Ich habe Schule transformiert, junge Menschen begleitet, Führungskräfte qualifiziert. Mein Fokus war immer derselbe: Räume schaffen, in denen Integrität möglich ist. Klarheit, Augenhöhe, von Mensch zu Mensch.
Doch je größer die Veränderungen in der Welt wurden, desto enger wurde das System. Angst übersetzte sich in Kontrolle. Verletzlichkeit hatte keinen Platz mehr. Und überall, wo Verletzlichkeit keinen Platz hat, ist auch keine Transformation mehr möglich.
Bei der Wintersonnenwende 2024 wurde es still. Eine Stimme sagte: 'Alexander, im Sommer bist du raus.' Klar. Unaufgeregt. Wahr.
Was folgte, war kein Plan. Es war eine Schwelle. Ich habe Sicherheit, Beamtenstatus und Privilegien losgelassen – ohne zu wissen, was kommt. Mit allen Ängsten, die dazu gehören: Wovon werde ich leben? Was werden die anderen denken? Was, wenn ich scheitere?
Ich bin durch Scham, durch Selbstzweifel, durch existenzielle Unsicherheit gegangen. Nicht heroisch. Sondern ehrlich. Und genau dort – an der Stelle, wo nichts mehr zu retten war außer die Wahrheit – ist das entstanden, was ich heute weitergebe:
Die Fähigkeit, Verantwortung in Wirkung zu übersetzen. Nicht aus Strategie. Aus Haltung.
Heute begleite ich Menschen mit Einfluss durch genau die Schwellen, die ich selbst gegangen bin. Nicht als Retter. Als Spiegel. Als Sparringspartner.